Die Aloiska-Quelle gehört zu den ältesten und stärksten Mineralquellen in Luhačovice. Ihre reiche Geschichte, die bis ins Jahr 1770 zurückreicht, ihre außergewöhnlich hohe Mineralisierung und ihre traditionelle Ausrichtung auf die Behandlung von Verdauungsbeschwerden machen sie zu einer einzigartigen Quelle, die seit über zweieinhalb Jahrhunderten das Interesse der Kurbesucher weckt.
Über das Mineralwasser, das oberhalb des heutigen Weißen Viertels entspringt, gibt es bereits vor dem Jahr 1770 Erwähnungen, was Aloiska zu einer der ältesten dokumentierten Quellen in Luhačovice überhaupt macht. Im Laufe der Jahrhunderte trug sie verschiedene Namen – Waldquelle, Quelle im Berg oder Luisin-Quelle. Seit den 1820er Jahren wird sie aktiv für Kurzwecke genutzt.
Im 20. Jahrhundert begann die Ergiebigkeit des ursprünglichen Quellausflusses zu sinken. Die alte Quelle wurde daher stillgelegt und in einem 14,4 Meter tiefen Brunnen neu erschlossen, wo sie ihren endgültigen Namen Aloiska erhielt. Die heutige Gestalt des Holzpavillons über der Quelle stammt aus dem Jahr 1963. Der Pavillon mit seiner Ausgabetheke dient den Besuchern bis heute als angenehmer Ort für Trinkkuren inmitten der Natur.
Mit einer Gesamtmineralisierung von 12.987 mg/l ist Aloiska die zweitstärkste Quelle in Luhačovice – nur Elektra übertrifft sie mit einem Wert von 16.456 mg/l. Zum Vergleich: Vincentka hat 9.060 mg/l und Ottovka 9.725 mg/l.
Aloiska ist ein natürlich stark mineralisiertes kaltes Wasser vom Hydrogencarbonat-Chlorid-Natrium-Typ (HCO₃-Cl-Na) mit einer reichhaltigen natürlichen Kohlensäureanreicherung. Zu ihren Hauptbestandteilen gehören:
Die hohe Konzentration an Mineralstoffen zeugt von einem langen Kontakt des Wassers mit den tiefen Schichten der Flyschgesteine – Aloiska schöpft aus Schichten, in denen sich fossiles Meerwasser seit Zehntausenden von Jahren mit Mineralien anreichert (Quelle: GeoERA, 2021).
Aloiska gilt traditionell als ideales Mineralwasser für Trinkkuren bei Erkrankungen der Verdauungsorgane. Der hohe Gehalt an Hydrogencarbonaten neutralisiert wirksam die Magensäure und lindert:
Neben Trinkkuren wird Aloiska auch zur Inhalation genutzt – ihr Jod- und Chloridgehalt hilft bei chronischen Erkrankungen der Atemwege. Die Mineralwässer von Luhačovice wirken sich allgemein auch positiv auf Menschen mit Diabetes, bei Durchblutungsstörungen und bei der Rekonvaleszenz nach einer onkologischen Behandlung aus.
Die Fördermenge von Aloiska beträgt 3 Liter pro Minute – ebenso wie bei Ottovka handelt es sich um eine eher bescheidene Fördermenge, die dem tiefen und langsamen Versickern des Mineralwassers durch die unterirdischen Schichten entspricht. Zum Vergleich: Nový Jubilejní, die ergiebigste öffentliche Quelle, liefert 60 Liter pro Minute.
Aloiska entspringt im Park oberhalb des Stadtteils Bílá, am südwestlichen Fuß des Velká Kamenná – etwa 30 Meter höher als die meisten anderen Quellen. Gerade diese erhöhte Lage trägt zu ihrer besonderen Zusammensetzung bei. Der Holzpavillon mit Ausgabeschalter liegt inmitten üppiger Vegetation und bietet eine ruhige Umgebung für eine Trinkkur.
Von der Kurkolonnade aus gelangen Sie über einen angenehmen Spaziergang bergauf zur Aloiska – der Weg dauert etwa 10 Minuten und bietet wunderschöne Ausblicke auf das Kurzentrum. Die genaue Lage zeigt die interaktive Karte der Quellen.
Entdecken Sie auch weitere Quellen in Luhačovice: Vincentka, Ottovka, die Quelle Dr. Šťastný oder die vollständige Übersicht.
Quellen: GeoERA (2021), Lázně Luhačovice a.s. (2024), Girgel M., Hrabec J., Šnajdara P. (2008): Mineralquellen der Region Zlín, Janoška M. (2011): Mineralquellen in Böhmen, Mähren und Schlesien. Siehe auch Liste der Heilquellen in Luhačovice auf Wikipedia.
Karel Kadlčík · Luhačovice.cz